ME/CFS verstehen: Was im Körper möglicherweise aus dem Gleichgewicht geraten ist

Viele Menschen mit ME/CFS spüren deutlich:

„Etwas stimmt im Körper nicht“ – auch wenn Befunde oft unauffällig sind.

Das liegt daran, dass es sich nicht um eine einzelne Störung handelt,

sondern um ein Zusammenspiel mehrerer Systeme, die aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Dieser Überblick soll helfen, diese Zusammenhänge besser zu verstehen.

Das Nervensystem – zentrale Steuerung unter Dauerbelastung

Das Nervensystem steuert nahezu alle Prozesse im Körper:

  • Kreislauf

  • Atmung

  • Verdauung

  • Energieverteilung

  • Stressreaktionen

Bei vielen ME/CFS-Betroffenen zeigt sich eine Dysregulation des autonomen Nervensystems (Dysautonomie):

  • Der Körper reagiert empfindlicher auf Reize,
  • die Erholung fällt schwerer,
  • und selbst kleine Belastungen können zu einer Überforderung führen.

Man kann sich das vorstellen wie ein System, das ständig „auf Empfang“ ist –

aber Schwierigkeiten hat, wieder in einen stabilen Ruhezustand zurückzufinden.

Mitochondrien – Energie steht nicht ausreichend zur Verfügung

Mitochondrien sind die „Kraftwerke“ der Zellen. Sie sorgen dafür, dass Energie bereitgestellt wird.

Bei ME/CFS gibt es Hinweise darauf, dass dieser Prozess gestört sein kann:

  • Energie wird langsamer oder ineffizient bereitgestellt

  • Die Zellen schalten möglicherweise in einen Schutzmodus (Cell Danger Rsponse), um Schaden abzuwenden – dabei steht weniger Energie zur Verfügung.
  • Belastung führt schneller zu Erschöpfung

  • die Regeneration dauert länger

Das erklärt, warum sich selbst geringe Aktivität so stark auswirken kann.

Das Immunsystem – aus dem Gleichgewicht geraten

Viele Betroffene berichten, dass ihre Beschwerden nach Infekten begonnen haben.

Das Immunsystem spielt daher eine wichtige Rolle.

Mögliche Veränderungen:

  • anhaltende Aktivierung

  • veränderte Entzündungsprozesse

  • gestörte Kommunikation im Körper

Das bedeutet nicht unbedingt eine klassische Entzündung – sondern eher eine fehlregulierte Reaktion.

Der Darm – ein oft unterschätzter Einflussfaktor

Der Darm ist weit mehr als ein Verdauungsorgan.

Er steht in engem Austausch mit:

  • dem Immunsystem

  • dem Nervensystem

  • dem Stoffwechsel

Man spricht hier auch von der Darm-Hirn-Achse.

Wenn dieses System aus dem Gleichgewicht gerät, kann das Auswirkungen haben auf:

  • Energie

  • Reizverarbeitung

  • allgemeines Wohlbefinden

Deshalb spielt der Darm bei vielen Patientinnen und Patienten eine wichtige Rolle.

Warum das Zusammenspiel entscheidend ist

Diese Systeme wirken nicht isoliert.

Ein vereinfachtes Bild:

  • Das Nervensystem steuert

  • das Immunsystem reagiert

  • die Mitochondrien liefern Energie

  • der Darm beeinflusst alle Bereiche mit

Wenn mehrere dieser Ebenen gleichzeitig aus dem Gleichgewicht geraten, entsteht ein komplexes Beschwerdebild – wie bei ME/CFS.

Was das für die Behandlung bedeutet

Ein rein einseitiger Ansatz greift oft zu kurz.

Wichtiger ist:

  • Zusammenhänge erkennen

  • individuelle Schwerpunkte setzen

  • den Körper schrittweise in Richtung Stabilität begleiten

Es geht nicht darum, „die eine Ursache“ zu finden – sondern das System als Ganzes besser zu verstehen.

Mein Ansatz in der Praxis

Ich arbeite ursachenorientiert und systemisch.

Als Funktionaler Mediziner und Osteopath analyse ich, warum Ihre Körpersysteme aus dem Takt geraten sind. Dabei verbinde ich osteopathische Behandlung zur Lösung struktureller Spannungen mit funktionell-medizinischen Strategien zur Regulation von Stoffwechsel und Immunsystem.

So unterstütze ich Ihren Körper dabei, seine natürliche Regulationsfähigkeit zurückzugewinnen – strukturiert, wissenschaftlich fundiert und individuell.