Migräne Histamin: Histaminreiche Lebensmittel als möglicher Trigger

Migräne Histamin: ein Zusammenhang, der bei vielen Betroffenen völlig unentdeckt bleibt. In den letzten Beiträgen [Teil 1] [Teil 2] haben wir gesehen, dass Migräne selten eine einzelne Ursache hat und wie stark hormonelle Schwankungen eine Rolle spielen können. Ein weiterer Faktor, der bei vielen Betroffenen völlig unentdeckt bleibt, betrifft die Ernährung – genauer gesagt: den Abbau von Histamin im Körper.

Migräne Histamin: Der Zusammenhang mit Kopfschmerz

Histamin ist vor allem als „Allergiebotenstoff“ bekannt, spielt aber auch im Nervensystem eine Rolle bei der Schmerzverarbeitung und der Gefäßregulation – beides zentrale Themen bei der Migräne. Abgebaut wird Histamin im Körper hauptsächlich durch ein Enzym namens Diaminoxidase (DAO). Arbeitet dieses Enzym nicht ausreichend, kann sich Histamin – vor allem nach histaminreichen Mahlzeiten – im Körper anreichern und die ohnehin schon empfindliche Reizschwelle von Migränepatienten zusätzlich senken.

Genau das lässt sich auch zahlenmäßig belegen: Ein DAO-Mangel kommt bei Migränepatienten deutlich häufiger vor als bei Menschen ohne Migräne. In Untersuchungen zeigte sich zudem, dass eine gezielte Unterstützung des Histaminabbaus über einen längeren Zeitraum sowohl die Dauer der Attacken verkürzen als auch den Bedarf an akuten Schmerzmitteln senken konnte.

Warum manche Lebensmittel zum Problem werden

Besonders histaminreich sind unter anderem gereifter Käse, Rotwein, geräucherte Wurstwaren, bestimmte Fischsorten und länger gelagerte oder fermentierte Lebensmittel. Wer nach solchen Mahlzeiten auffällig häufig mit einer Migräneattacke reagiert – manchmal begleitet von Hautrötungen, Fließschnupfen oder Kreislaufbeschwerden –, hat damit einen ersten wichtigen Hinweis auf eine mögliche Histaminabbaustörung.

Interessant ist außerdem, dass Migräne oft nicht isoliert auftritt: Auch Allergien wie allergischer Schnupfen sowie bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen bei Betroffenen überdurchschnittlich häufig vor. Das deutet darauf hin, dass bei manchen Menschen das Immunsystem insgesamt empfindlicher reagiert – ein Zustand, der die Migräne zusätzlich begünstigen kann.

Ein Baustein, kein Allheilmittel

Wichtig ist dabei die richtige Einordnung: Histamin ist bei einem Teil der Migränepatienten ein relevanter Faktor, aber selten die alleinige Erklärung. Er reiht sich ein in das Zusammenspiel aus Hormonen, Darmgesundheit, Stress und Nährstoffversorgung, das wir in den vorangegangenen Beiträgen beschrieben haben. Wer allerdings einen Zusammenhang zwischen bestimmten Mahlzeiten und seinen Attacken vermutet, hat damit einen sehr konkreten und gut überprüfbaren Ansatzpunkt für die weitere Abklärung gefunden.

Sie erkennen sich in diesem Muster wieder?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ernährung eine Rolle bei Ihrer Migräne spielt, lohnt sich eine genauere, individuelle Betrachtung – denn ob tatsächlich eine Histaminabbaustörung vorliegt oder andere Faktoren im Vordergrund stehen, lässt sich nur im Einzelfall klären. Gerne unterstütze ich Sie dabei.

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