Erfahrungsberichte aus der Praxis
Hier werden Erfahrungen aus meiner Praxis berichtet.
Diese sind nur als Beispiele zu sehen, welche real geschehen sind. Diese sind nicht unmittelbar auf andere Personen übertragbar, sind kein Heilversprechen oder ein Rezept für eine Behandlung.
Was hat Covid mit einer gestörten Darmbarriere zu tun?
Nach der COVID-Pandemie veränderten sich die Ergebnisse der Darmuntersuchungen mittels Stuhlprobe massiv. Plötzlich traten Effekt auf, die es vorher nicht gab.
Nicht nur die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm (die Bakterien im Darm) veränderte sich, sondern auch die Darmbarriere. Diese ist wichtig, da nicht alle Nahrungsbestandteile in den Körper gelangen dürfen, sondern nur ausgewählte Nährstoffe.
Zonulin kommt plötzlich in stark erhöhten Werten vor. So können körperfremde Stoffe in den Körper gelangen, die normalerweise nicht hineinkommen können, und so z.B. allergische Reaktionen und Entzündungen an anderen Stellen im Körper (auch Haut) entstehen lassen. Die dauernde Belastung des Immunsystems äußert sich unter anderem auch in einer latenten Erschöpfung.
Hier sind zwei typische Beispiele von Befunden, welche seit 2023 Standard sind:

Abb. 1: Zonulin-Wert bei einer COVID-geimpften Person (Stand April 2024!)
Hier ist deutlich der stark erhöhte Zonulin-Wert zu sehen: 2287 µU/g. Der Grenzwert liegt jedoch bei 60.1 µU/g.

Abb. 2: Zonulin-Wert bei einer ehemals COVID-erkrankten Person, jedoch ungeimpft (Stand April 2024!)
Hier ist der Zonulinwert erhöht (72,6 µU/g), jedoch sehr viel geringer als in Abbildung 1.
An den Beispielen erkennt man einen deutlichen Unterscheid bei COVID-geimpften und -ungeimpften Personen.
Was ist da passiert?
Das Zonulin wird normalerweise erhöht, wenn die Ballaststoffzufuhr zu gering ist, so dass die Schleusen zwischen den Oberflächenzellen im Darm nicht mehr abdichten. Die Schleusen nennen sich Tight Junctions und bilden einen Teil der Darmbarriere; es entsteht ein Leaky Gut Syndrom, auch Sickerdarm genannt.
Dieser Effekt hat sich jedoch verändert.
Jetzt koppelt das Spike-Protein der Impfung (aber auch nach einer COVID-Erkrankung – nur mit geringerer Auswirkung, siehe Abbildung 2) an einen Rezeptor, der sich ACE2-Rezeptor nennt. Dieser schüttet das Zonulin aus, so dass die Darmbarriere sich öffnet.
Ein für einen Virus ganz normaler Vorgang, schließlich möchte er in den Körper gelangen ohne auf Abwehrsysteme zu stoßen. Das ist für den Virus gut, für uns aber schlecht.
Nun gelangen Fremdstoffe in den Körper und lösen jede Menge Reaktionen aus:
- Nahrungsmittelallergien
- Neurodermitis
- Entzündungen im Körper
- vernebeltes Gehirn, Konzentrationsstörungen
- Erschöpfung
- und vieles mehr
Leider wird nicht nur die Darmbarriere geöffnet, auch die Blut-Hirn-Schranke, so dass das Gehirn Probleme bekommt (da gehe ich im nächsten Beitrag darauf ein).
Diese Problematik kann behandelt werden:
- Ausleitung einer COVID-Impfung (falls geimpft wurde)
- „Abdichten“ der Darmbarriere
- Behandlung der Folgeerscheinungen (antientzündliche Therapie, etc.)

Das vernebelte Gehirn: ist es schon Demenz oder noch normal?
Seit ein paar Monaten wird in meiner Praxis immer mehr berichtet, dass irgendetwas mit dem Gehirn nicht stimmt. Folgende Aussagen werden sehr oft getroffen:
- „ich habe seit ein paar Monaten Wortfindungsstörungen“
- „Meine Frau, älter als 60 Jahre, ist plötzlich innerhalb von 2 Wochen dement geworden“ (Das haben wirklich Mehrere berichtet!)
- „ich kann mich nicht mehr so gut plötzlich konzentrieren“ (alles Altersgruppen)
Was ist da passiert?
Wie in dem Beitrag „Was hat Covid mit einer gestörten Darmbarriere zu tun?“ beschrieben, ist zur Zeit sehr oft die Blut-Hirn-Schranke, die unser Gehirn schützt, in ihrer Schutzfunktion gestört. So hat eine COVID-Impfung oder -Erkrankung dazu geführt, dass mittels des Botenstoffes Zonulin die Barrieren geöffnet werden. So können Stoffe in den Körper oder in das Gehirn gelangen, die dort nicht hingehören.
Diese Stoffe können im Gehirn eine Entzündung hervorrufen, die diffus ist und sehr oft nicht als solche erkennbar ist. Auch im normalen Blutbild ist nichts zu finden (die Prozesse finden immer noch hinter der Blut-Hirn-Schranke statt).
Aber wir können bestimmte Stoffwechselprodukte im Urin untersuchen:

Wenn die Bildung von Serotonin aus der Aminosäure Tryptophan (wird per Nahrung zu sich genommen) aufgrund einer Entzündung gestört ist, wird statt Serotonin nun Kynurenin gebildet. Dieses Kynorenin wird im Gehirn zu Quinolisäure abgebaut, welche leider giftig für Nervenzellen ist.
Im oben gezeigten Befund sieht man deutlich, dass zuviel Kynurenin gebildet wird. Hier liegt also eine Neuroinflammation vor. Die Symptome (Konzentrationsstörungen, Probleme die korrekten Wörter zu finden, Depression, etc.) haben also eine organische Ursache.
Therapie:
Dien Entzündung muss beseitigt werden, die Blut-Hirn-Schranke geschlossen und die Bildung von Serotonin unterstütz werden.
Das geschieht mittels Mikronährstoffen (Antioxidantien, Q10, Vitamine, 5-HTP), und einer unterstützenden Therapie mittels IHHT (Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie).
IHHT – Steigerung der Gehirnleistung
Eine 34jährige Patienten klagte seit den COVID-Impfungen in 2021 über Konzentrationsproblemen und der Unfähigkeit sich Informationen zu merken. Sogar drei Jahre nach den Impfungen kämpft sie mit diesen Problemen. Sie schreibt sich Notizen und versucht zu lernen, doch nichts wird im Gehirn gespeichert.
Dazu kommt eine körperliche Erschöpfung.
Es handelt sich hier um Störung der Energiegewinnung im Gehirn und Körper. Die Mitochondrien sind gestört worden, so dass ungenügend ATP (Adenotriphosphat, der Treibstoff für die Zellen) gebildet wird. Somit wird der Körper in ein Notprogramm versetzt, so dass erhöhte Anstrengungen oder Denkleistungen nicht mehr möglich sind.
Mit Blutuntersuchungen (Funktionsprüfung der einzelnen Prozesse in den Mitochondrien, Vergärungsprozesse wie z.b. durch Bestimmung von LDH-5, oxidativen Belastungen) und Urintests (Neuroinflammation, Pyruvat-Laktat-Ratio) können die Ursachen ermittelt werden.
Schritt 1:
Mittels Mikronährstoffen, wie Coenzym Q10, Vitamin-B-Komplex, Antioxidantien werden den Mitochondrien die so genannten Cofaktoren (das sind die Mikronährstoffe, die für bestimmte Prozesse notwendig sind) zugeführt. Diese ermöglichen eine Wiederaufnahme der Energiegewinnung. Leider reicht dieser Schritt alleine nicht aus.
Schritt 2:
Die Mitochondrien können mittels ketogener Ernährung (auch Low Carb Ernährung) vom Kohlnhydratstoffwechsel in den effizienteren Fettstoffwechsel uberführt werden. Die Patientin war jedoch nicht bereit für eine sechswöchige Ernährungsumstellung.
Schritt 3:
Das IHHT-Training. Mit einem zyklischen Training mit Höhenluft (wie bei ca. 3000 m Höhe) und abwechselnd Sauerstoffanteil wie auf Meereshöhe werden die Mitochondrien stimuliert. Defekte Mitochondrien werden aussortiert und intakte werden motiviert sich zu vermehren und effizienter zu arbeiten.
Nach ca. 6 Trainingseinheiten beim IHHT berichtete die Patientin, dass ihre kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit wieder wie vor der COVID-Impfung sei. Die Therapie wurde nach 10 Einheiten abgeschlossen, da der Effekt nach Erfahrungen und Studienlage dann ca. 9-12 Monate mindestens anhält.

Atemnot – IHHT
Eine 84jährige Patientin klagte über Atemnot. Sie könne nur noch ca. 100 m gehen, dann muss sie sich mehrere Minuten ausruhen.
Ärztlich wurde sie komplett untersucht: Pneumologe, Kardiologe, Herzkatheter, Angiologe (Schaufensterkrankheit).
Die normale Sauerstoffsättigung im Blut betrug nur noch 93% SpO2.
Es mussten also ein paar Mechanismen verändert werden:
- Bildung von mehr roten Blutkörperchen, um mehr Sauerstoff transportieren zu können
- Verbesserung der Luft-Blut-Schranke in der Lunge, um den Übertritt des Sauerstoffs aus der Luft in die Erythrozyten zu optimieren
- Steigerung der Effizienz der Mitochondrien, um mit weniger Sauerstoff mehr Energie bilden zu können (die Mitochondrien sind die Kraftwerke in den Zellen, welche aus Zucker und Sauerstoff Energie erzeugen
Die IHT (Intervall-Hypoxie-Therapie) liefert hier eine mögliche Herangehensweise.
Das Training findet entspannt im Liegen mit einer Atemmaske statt. Zuerst wird ein verminderter Sauerstoffanteil zugeführt (entspricht etwa 2500 – 3000 m Höhe in diesem Fall), dann ein normaler Sauerstoffanteil von 21% (entspricht Meereshöhe). Dieser Zyklus wurde 4x durchgeführt.
Die ersten Trainingseinheiten sahen wir folgt aus:

Gelbe Kurze: Sauerstoffsättigung im Blut
Blaue Kurve: Sauerstoffgabe
rote Kurze: Herzfrequenz
Ergebnis: es ist keine wirkliche Anpassung des Körpers an die entsprechenden Anforderung zu sehen.
Nach ca. 10 Sitzungen zeigt sich ein völlig anderes Bild:

Die Patientin kann jetzt wieder ihre normalen Alltag bewältigen; Gehstrecken über 2 km sind für sie einfach zu schaffen, Treppen kann sie jetzt einfach steigen.
Nachtrag: 9 Monate später ist der normale Zustand immer noch erhalten.
Studien:
Dudnik, Elena & Zagaynaya, Elena & Glazachev, Oleg & Susta, Davide. (2018). Intermittent Hypoxia–Hyperoxia Conditioning Improves Cardiorespiratory Fitness in Older Comorbid Cardiac Outpatients Without Hematological Changes: A Randomized Controlled Trial. High Altitude Medicine & Biology. 19. 10.1089/ham.2018.0014.
Glazachev, Oleg & Susta, Davide & Dudnik, Elena & Zagaynaya, Elena. (2018). Intermittent Hypoxia-Hyperoxia exposures Improve Cardiometabolic Profile, Exercise Tolerance and Quality of Life: A Preliminary Study in Cardiac Patients. Indian Journal of Public Health Research & Development. 9. 208. 10.5958/0976-5506.2018.00039.6.
Gonchar, Olga & Mankovska, Irina. (2012). Moderate intermittent hypoxia/hyperoxia: Implication for correction of mitochondrial dysfunction. Central European Journal of Biology. 7. 10.2478/s11535-012-0072-x.
Augsburger Allgemeine - Artikel über Biohacking

Mit Selbstoptimierung länger leben
Der Landsberger Heilpraktiker Karsten Tebben hilft Menschen dabei, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Damit könne man sein Leben um mehrere Jahre verlängern.
Von Bianca Dimarsico
Samstag, 25.01.2025
Stärker, länger, besser:
Biohacking ist ein Trend der Steigerungen. Die Menschen, die es aus üben – die Biohacker – wollen fitter sein, klarer denken und im besten Fall ihre Lebenserwartung erhöhen.
In unserer aktuellen Serie gehen wir der Frage nach, wie man sich ohne operative Eingriffe gesund und jung halten kann. Der Landsberger Heilpraktiker Karsten Tebben steht Menschen auf ihrem Weg zur Selbstoptimierung zur Seite. Er erklärt, wie Ernährung, Sport und Mentalhygiene dabei helfen können – und warum man es nicht übertreiben sollte mit dem Wahn zum Besser-Werden.
Vier Säulen gibt es laut Heilpraktiker Tebben beim Biohacking: Ernährung, Sport, Schlaf und mentale Gesundheit. „98 Prozent der Menschen ernähren sich ungesund“, sagt er. „Die Leute tun sich mit einer Veränderung der Essensgewohnheiten besonders schwer“, so Tebben. Genuss werde oft mit Gewohnheit verwechselt. Das gelte besonders für den Konsum von Alkohol und Zucker. Um das Beste für den Körper herauszuholen, empfiehlt er eine frische, regionale und saisonale Ernährung ohne verarbeitete Lebensmittel.
Anfangs könne eine sogenannte Keto-Diät bereits erste Veränderungen bei Fitness und Konzentrationsfähigkeit auslösen. „Danach hat man richtig Energie“, sagt Tebben. Keto heißt, sich extrem kohlenhydratarm zu ernähren und stattdessen mehr Eiweiß zu sich zu nehmen. „Aber das sollte man nicht länger als sechs Wochen machen“, betont Tebben, denn über einen längeren Zeitraum komme es zu Mangelerscheinungen und Probleme mit den Organen. „Die Ernährung ist der größte Hebel, aber auch das, was die Leute am wenigsten ändern. Wenn man da diszipliniert ist, ist schon viel geschafft“, sagt der Heilpraktiker.
Der zweite Punkt ist der Sport. Wer sich regelmäßig bewegt und seine Ausdauer und Kraft trainiert, kann den Alterungsprozess verlangsamen. Daran angelehnt erklärt Tebben die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie Therapie, kurz IHHT. Dabei liegt der Patient oder die Patientin mit einer Sauerstoffmaske auf einer Liege. Über die Maske wird dann abwechselnd ein Sauerstoffüberschuss bzw. -mangel erzeugt, was ein körperliches Höhentraining simuliert. Dadurch wird die Zahl der Mitochondrien, also den „Zellkraftwerken“ im Körper erhöht. „Ab der fünften bis sechsten Sitzung merkt man einen Effekt. Die Patienten berichten von Leistungssteigerung und besserer Konzentrationsfähigkeit“, sagt Tebben. Wer zehn Sitzungen macht, merke etwa ein Jahr lang die positiven Auswirkungen.
Neben der körperlichen Bewegung sei auch Ruhe und Schlaf wichtig, um seinen Körper jung zu halten. Sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht empfiehlt der Landsberger Heilpraktiker. Diese Zeit brauche der Körper zur Regeneration. In seiner Praxis berät Tebben häufig Menschen mit Einschlaf- oder Durchschlafproblemen, was sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann. „Um gut einzuschlafen, sollte man ein bis zwei Stunden vor dem Hinlegen nicht mehr aufs Handy oder auf den Fernseher schauen“, sagt Tebben. Er selbst hat abends einen „Digital Detox“ eingeführt, konsumiert also gar keine oder nur eingeschränkt Medien. Denn auch der Stress, etwa von schlechten Nachrichten über das Weltgeschehen, könne das Kopfkino anknipsen und ein schnelles Einschlafen verhindern. „Besser wäre, abends ein ruhiges Buch zu lesen, einen kurzen Spaziergang zu machen oder zu meditieren“, meint der Heilpraktiker.
Probleme beim Durchschlafen sind meist komplexer. Hier könne man etwa den Stoffwechsel untersuchen, um mögliche Ursachen zu finden. Ein Irrtum sei, dass man mit Alkohol besser schläft. „Nach einem Bier oder einem Glas Wein schläft man zwar schneller ein. Aber nach ein paar Stunden gerät die Leber in Stress und das stört wiederum den Schlaf“, erklärt Tebben.
Ein weiterer Punkt sei ein gestörter Energiestoffwechsel im Gehirn, wobei nicht genug Melatonin, im Volksmund als Schlafhormon bekannt, gebildet wird. Er selbst führt in seiner Praxis entsprechende Hormontests durch, wenn Patienten etwa unter solchen Schlafstörungen leiden und Konzentrationsschwierigkeiten haben.
Extrem wichtig ist laut Tebben die sogenannte Mentalhygiene. „Oft passt das Verhältnis zwischen Stress und Entspannung nicht“, sagt er. „Negative Gedanken können körperliche Effekte auslösen.“ Körperlich passiert bei Stress Folgendes: Die beiden Nebennieren erzeugen die Stresshormone Cortisol und Adrenalin. Funktionieren die Nebennieren nicht mehr richtig, so wirkt sich das in Erschöpfung und Leistungsverlust aus. „Wird das Organ zu oft aktiviert, wird es ineffizient und kann die Hormone nicht mehr ausschütten. Dieser Burn-out ist nicht mehr reversibel“, sagt Tebben. Chronischer Stress kann also der Gesundheit schaden. Der 50-Jährige empfiehlt feste Ruhezeiten, Bewegung oder Eisbaden, um bei Stress einen klaren Kopf zu bekommen.
Karsten Tebben rät das Biohacking den Menschen, die konkret etwas an ihrer Leistungsfähigkeit ändern möchten. „Wenn man die vier Punkte beachtet, kann das die Lebensqualität verdoppeln bis verdreifachen. Gerechnet in Lebensjahren kann man zehn bis 15 Jahre gewinnen“, sagt der Heilpraktiker. Hinter der Selbstoptimierung stecke jedoch auch viel Zeit und Aufwand – und womöglich ein zusätzlicher Stressfaktor. „Wenn ich mir nur noch auf das Biohacking fixiere, habe ich ein Problem. Wenn man zu verbissen ist, verliert man die Freude“, sagt er.
„Man muss auch noch leben.“ Auf ein Glas Rotwein oder das Stück Kuchen aus dem Lieblingscafé sollte man wegen des Wunsches nach einem längeren Leben also nicht verzichten.