Naturheilkunde Landsberg – Blasenentzündung
Naturheilkunde Landsberg – Blasenentzündung

Blasenentzündung

Oft kommen Menschen mit Blasenentzündung zu mir, die teilweise schon wochenlang andauert, oder sie kommt immer wieder. Diese Blasenentzündungen sind sehr unangenehm, wer sie mal hatte, weiß wovon ich schreibe. Im schlimmsten Fall kann eine Infektion bis zu den Nieren hoch wandern und dort weitere Probleme verursachen.

Ein essentieller Schritt in der Diagnostik ist ein Anlegen einer Bakterienkultur, um die Ursache zu ermitteln. Leider wird dieses sehr oft nicht gemacht.

Warum ist das so wichtig?

Es gibt zwei Arten von Blasenentzündungen, die in der Praxis auftauchen. (Die anderen Arten lassen wir der Einfachheit halber weg.)

Die bakterielle Blasenentzündung hat ihre Ursache in Bakterien, die in die Harnröhre und Blase gewandert sind. Dort erzeugen sie eine Immunreaktion, die sich in einer Entzündung äußert. Hier entstehen dann die typischen Symptome:

  • starker Harndrang, aber es kommen nur Tröpfchen
  • man hat das Gefühl, als würde man heiße Rasierklingen urinieren
  • allgemeines Unwohlsein
  • kein Fieber (das entsteht erst bei Nierenbeckenentzündungen)

Diese Art von Blasenentzündung kann mittels Urintest untersucht werden. Als Schnelltest wird ein Urinstick mit Urin benetzt und abgelesen. Hier werden Leukozyten, Nitrit und Erythrozyten untersucht. Leider kann dieser Test bestimmte Arten von Bakterien nicht nachweisen (gram-positive Keime).

Daher sollte eine Urinkultur angelegt werden. Hier wird das Urin auf Nährböden gegeben und diese werden dann gebrütet. Mit diesem Goldstandard kann gesichert eine bakterielle Blasenentzündung nachgewiesen werden.

Es kommt aber sehr oft vor, dass kein Erreger gefunden wird. Dann handelt es sich meist um die zweite Art der Blasenentzündung.

Die Ursache hier liegt dann im Darm. Dort haben sich vermehrt Bakterien angesiedelt, die Gifte (so genannte Endotoxine) erzeugen. Diese werden über die Leber und Niere ausgeschieden und sammeln sich in der Blase. Hier reagieren die Endotoxine mit dem Blasengewebe und erzeugen eine Entzündungsreaktion. Diese Art von Blasenentzündung wird eine interstitielle Zystitis genannt.

Und hier ist der Haken, warum oft die Blasenentzündungen trotz Gabe von Antibiotikum dann zum Teil wochenlang andauern oder immer wieder kommen.

Wenn bei einer interstitiellen Blasenentzündung, also die ohne Bakterien, Antibiotika gegeben werden, wird das zugrunde liegende Problem nicht gelöst. In der Blase sind keine Bakterien vorhanden; diese befinden sich im Darm. Hier passt aber das gewählte Antibiotikum meist nicht, und das Problem wird verschlimmert. „Gute“, schützende Darmbakterien werden getötet, die giftbildenden können sich dann stärker vermehren. Ein Teufelskreis.

Hier sollte dann die Bakterienzusammensetzung im Darm, das so genannte intestinale Mikrobiom untersucht werden. Somit kann die entsprechende Therapie erstellt und durchgeführt werden.

Bei beiden Varianten hat sich auch Osteopathie bewährt. Hier werden mittels manueller Techniken die Durchblutung der Blase verbessert, so dass das Immunsystem den Heilungsprozess beschleunigen kann. Vor allem das Gefühl des Harndrangs und das Brennen beim Urinieren werden deutlichst vermindert.

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